Cybermobbing

Manchmal sind andere Menschen gemein zu uns. Oft liegt es daran, dass es ihnen selbst nicht gut geht. Doch wenn wir Opfer der Beleidigungen, Belästigungen und Bedrohungen dieser Menschen sind, dann fragen wir nicht nach ihrem Problem. Denn als Betroffene eines Mobbings sind wir selbst oft gelähmt, verängstigt und fühlen uns handlungsunfähig.

Wenn Mobbing in unserem normalen Alltag stattfindet, zum Beispiel auf dem Schulhof, dann wissen wir, wer diese andere Person ist, die uns beleidigt, belästigt oder bedroht und die wir „Täter“ nennen. Wir können offen damit umgehen, Lehrern Bescheid geben, der Täterin/dem Täter aus dem Weg gehen oder versuchen, ein klärendes Gespräch mit ihr/ihm zu führen. Und die Gemeinheiten, die uns belasten, hören zumindest auf, wenn wir die Haus- oder Zimmertür hinter uns schließen.

Cybermobbing ist anders, denn für gewöhnlich ist der Täter des Cybermobbings anonym. Wie es der Begriff „Cyber“ beschreibt, finden die Gemeinheiten durch das Internet oder über das Smartphone statt. Durch E-Mails, Videos, Chats, Soziale Netzwerke, Instant-Messanger-Portale oder auch Anrufe, kann der Täter rund um die Uhr sein Opfer belästigen. Cybermobbing hört nicht an der Haustür auf. Täter fühlen sich durch die Anonymität in Sicherheit und begehen dadurch größere Gemeinheiten, als sie es sich in der Öffentlichkeit trauen würden.  Den Tätern ist oft die Tragweite der sozialen Medien nicht bewusst, dass sie Werkzeug zur schnelleren und größeren Verbreitung von Nachrichten sind. Durch Cybermobbing verbreitete Gemeinheiten können folglich nicht nur zu extremen emotionalen, sondern auch zu gesellschaftlichen Schädigungen der Opfer führen.

Was können wir also tun, wenn sich die Realität mit der virtuellen Welt vermischt? Wie können wir die Welt, in der die modernen Medien Teil unseres Alltags sind, sicherer gestalten?  Wie können wir mit Freunden unsere Fotos teilen, ohne dass andere Zugriff darauf haben? Wie vorsichtig sollten wir mit persönlichen Daten umgehen, mit privaten Bildern, Videos, Nachrichten? Und wer sind eigentlich unsere Freunde? Und wie begegnen wir dem Cybermobbing, wenn wir zum Opfer werden?

 

Da Cybermobbing heutzutage eine sehr realistische Bedrohung darstellt, gibt es im Internet viel Beratung für Opfer vom Cybermobbing. Dort finden sich Tipps wie:

  • bewahre Ruhe und versuche, den Mobber zu ignorieren, denn dann könnte der Mobber den Spaß verlieren,
  • sprich über das Mobbing mit Menschen, denen Du vertraust, denn dann bist Du nicht mehr allein,
  • bewahre jede Gemeinheit auf und speichere alle Bilder, Texte, Videos, Sprachnachrichten als Beweismaterial für den Fall, in dem Du es benötigst,
  • lösche die Beleidigungen so gut wie möglich aus dem Netz und
  • gehe zur Polizei, wenn Du keinen anderen Rat weißt oder wenn es sich um schwerwiegende Bedrohungen handelt.

Wichtig ist, dass uns als Opfer des Cybermobbings bewusst ist: Wir sind okay wie wir sind und brauchen uns nicht zu verstecken. Cybermobbing ist ein Angriff auf unsere Menschenwürde. Es ist gesetzeswidrig und wird als Straftat verfolgt.

Es ist ebenso wichtig, dass wir respektvoll und aufmerksam durch unseren Alltag schreiten. Und wenn wir als Außenstehende Zeuge einer möglichen Cybermobbing-Tat sind, dann sollten wir schnell handeln, Opfern unterstützend zur Seite stehen und Tätern die Stirn bieten.

 

Ein paar Beispiele für Paragrafen im Gesetzbuch und deren mögliche Folgen für den Täter sind:

  • 185 StGB: Beleidigung

Wer etwas gegen eine andere Person behauptet oder eine Meinung über sie äußert, die sie in ihrer Würde verletzt, beleidigt diese. à Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr

  • 186 StGB: üble Nachrede

Die üble Nachrede ist eine Form der Beleidigung, bei der etwas über einen Dritten gesagt oder verbreitet wird, das ihn in den Augen anderer herabsetzen soll. à Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren

  • 187 StGB: Verleumdung

Verleumdung ist, wenn jemand etwas über einen Dritten behauptet oder an andere weitergibt, von dem er weiß, dass es nicht wahr ist und dass es den anderen despektiert und in der öffentlichen Meinung herabsetzt. à Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren

  • 238 StGB: Nachstellung

Es ist eine Straftat, dauerhaft mit jemandem über Handy, E-Mail oder Messenger in Kontakt zu treten, ohne dass die betroffene Person das möchte. Nachstellung tritt in dem Fall ein, in dem der Alltag des Opfers schwerwiegend beeinträchtigt wird. à  Geldstrafe, Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre

 

Quellen:

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/was-sagt-das-gesetz/

https://de.wikipedia.org/wiki/Cyber-Mobbing

 

 

 

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