Datendiebstahl

Es gibt sie, die Betrüger, die an der Tür klingeln mit dem Vorwand, Geld für einen guten Zweck, zum Beispiel für den Tierschutz zu sammeln. Sie warten darauf, von einer alten Dame die Tür geöffnet zu bekommen, die ihnen dann auch noch ihr Geldversteck offenbart. Und in einem Fall von Hundert gelangt ihnen der Coup. Wir kennen auch anrufende Betrüger. Sie suchen nach bestimmten Opfern und täuschen eine Geschichte vor, dann geben sie bereitwillig ihre Kontodaten weiter und hoffen darauf, dass die betrogene Person wirklich eine Summe überweist.

In Zeiten des Internet hat sich eine neue Art des Betruges etabliert. Wir nennen sie Datendiebstahl oder Datenklau, wenngleich dieses Wort in seiner Bedeutung hinkt, denn Daten werden eher unbefugt kopiert und genutzt anstatt dass sie tatsächlich verschwinden. Deshalb gibt es inzwischen neue Begriffe für Datendiebstahl und sie heißen „Beeinflussung von Datenverarbeitung“ oder „Computerbetrug“.

 

Der meistgenutzte Begriff, um die Vorgehensweise eines Datendiebstahls zu beschreiben ist „Phishing“, das aus der Kombination von „password“ und „fishing“ aus dem Englischen zusammengesetzt wird. Wir übersetzen es als das Angeln nach Passwörtern.

Und wie einfach es geht, wissen wir inzwischen, haben Nachrichten darüber gelesen, im Bekanntenkreis miterlebt und es vielleicht auch schon am eigenen Leib erfahren.

Als erstes kommt eine E-Mail. Dort fordert man uns auf, aufgrund eines Gewinns, eines Updates, eines aufgetretenen Problems oder eines anderen fadenscheinigen Grundes, einen Link anzuklicken. Und haben wir einmal geklickt, so haben wir unter Umständen auch schon verloren. Denn täuschend echt sieht die Webseite aus, auf der wir landen. Es gibt ein Formular, das wir bereitwillig ausfüllen. Wir geben unsere persönlichen Daten ein, auch Passwörter und manchmal sogar unsere Kreditkartendaten. Unsere sensiblen Daten landen im Falle eines Phishings in den Datenbanken der Cyber-Kriminellen. Wir werden nicht nur gläsern als Internet-Nutzer, sondern können gleichsam beraubt werden, da die Täter von nun an unsere Daten nutzen können, um auf unsere Kosten im Internet einzukaufen.

 

Da wir heutzutage unsere Daten auch rechtmäßig in vielen Fällen angeben müssen, zum Beispiel bei Abschluss eines Vertrages oder bei unserem neuen Arbeitgeber, ist fast niemand von uns mehr vollkommen sicher vor Datendiebstahl.

Daher sind wir selbst gefragt, die Eigentümer unserer Daten zu sein und zu bleiben, indem wir sie unter unseren Schutz stellen. Schließlich sind Daten wie Passwörter und Kontoverbindungen Teil von uns als Mensch und wenn wir plötzlich hohe Schulden haben, weil jemand Dinge in unserem Namen kaufte, kann uns unser Unglück zu einem anderen Menschen machen. Wir sind dann nicht mehr die Eigentümer unserer Daten, wir sind dann misstrauisch und werden krank.

Wir sollten also unseren Computer als den Hüter unserer Daten und unseres Wohlergehens schätzen, indem wir die kompliziertesten Passwörter wählen mit Groß- und Kleinbuchstaben, mit Zahlen und Zeichen, immer wieder neu. wäre er der Schatz eines großen Königs. Es hilft enorm, mehrere E-Mail-Adressen zu besitzen und dabei möglichst wenig über das Internet preisgeben. Wenn wir unsere Internetnutzung ausreichend verschlüsseln, dann können wir ein weiteres Filter einbauen, um Phishern zu entkommen, auch indem wir die Nutzung des Internet insgesamt auf ihr Nötigstes reduzieren. Jede Mitgliedschaft im nächsten Messengerdienst oder Onlineshop ist ein weiteres Angebot zum Datendiebstahl.

Aufmerksamkeit hat also die höchste Priorität. Und wenn wir trotz Vorsorge zum Opfer eines Datendiebstahls geworden sind, dann heißt es, schnell zu handeln, um zu verhindern, dass noch mehr Schaden angerichtet werden kann.

Quelle: https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Service/Aktuell/Informationen/Artikel/Phishing_Datenklau.html

 

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